Schrader Wappen


Die Familientage des Familienverbandes Schrader e.V.

in den Jahren 1920 - 1986 - eine Chronologie
von Harald Schrader, Vorsitzender

Stand: Herbst 2004

1.Vorbemerkung

Wir müssen uns klarmachen, daß unser Familienverband auf drei Säulen ruht. Das ist zu einem das Archiv mit den seit der Gründung gesammelten genealogischen Unterlagen. Das sind zum anderen die mehr oder weniger regelmäßig erscheinenden Mitteilungshefte des Familienverbandes und das sind schließlich eben unsere Familientage. Heute möchte ich etwas vom Geist und von der Leuchtkraft der Familientage aufscheinen zu lassen. Wenn man die Liste der Familentage betrachtet, so kann man einige Beobachtungen machen. Die Goldene Ära des Verbandes umfaßt nach meinem Eindruck die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, also die Zeit der ersten elf Familientage. Von der Gründung des Verbandes im Jahre 1920 an fanden bis 1930 jährlich Familientage statt. Sie begannen in der Regel am Abend des Sonnabend mit einem gemütlichen Beisammensein und wurde am folgenden Tag mit Vorträgen und der Mitgliederversammlung fortgesetzt. Meist endete der Familientag mit einem festlichen Abendessen. Der Abreisetag war dann der Montag.

Ursprünglich wurde die Gründung des Verbandes am 27. Dezember 1920 in Berlin-Spandau als erster Familientag gerechnet. Später wurde die Zählung verändert und man begann mit dem Familientag 1921, der ebenfalls in Berlin-Spandau zusammentrat. Später hat sich wiederum die ursprüngliche Zählung durchgesetzt. Im Jahre 1930 endet die goldene Epoche des Familienverbandes. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage in Deutschland wurden für fünf Jahre keine Familientage zusammengerufen. Doch dann kam es zwischen 1936 und 1939 zu einer zweiten Blüte: Familientage im westfälischen Hagen, in Bad Harzburg, in Magdeburg und Hannover. Von einem dieser Vorkriegsfamilientage hat Vetter Hans-Ludolf die Erinnerung bewahrt, daß die Herren zum festlichen Abendessen im Smoking erschienen. Im Jahre 1940 sollte der Familientag in Bad Pyrmont zusammentreten. Die Wirren des ausgebrochenen Krieges machten diese Planung zunichte. Es entstand eine neunjährige Unterbrechung. Erst 1948 versammelten sich unter sehr schwierigen äußeren Bedingungen Basen und Vettern in Düsseldorf zu einem Familientag. Düsseldorf - das war die Heimatstadt des Vorsitzenden Paul Schrader-Küblingen und des Schatzmeisters Rudolf Schrader-Königslutter, des Vaters unserer Base Lieselotte. Für die drei aufeinanderfolgenden Jahre 1948, 1949 und 1950 blieb Düsseldorf Tagungsort der Familientage. Das gastfreundliche Haus des Schatzmeisters machte es möglich, auch unter sehr bescheidenen Umständen fröhliche Familientage zu begehen. Base Lieselotte, die in der Nachfolge ihres 1965 verstorbenen Vaters das Schatzmeisteramt übernahm, hat noch sehr genaue Erinnerungen an diese Düsseldorfer Familientage nach dem 2.Weltkrieg.

Zwischen 1948 und 1954 fanden wiederum jährlich Familientage statt. Dann gab es für zwei Jahre - 1955 und 1956 - keine Familientage. 1957 wurde der 23. Familientag nach Bad Pyrmont eingeladen und damit der ausgefallene Familientag von 1940 gleichsam nachgeholt. 1958 traf man sich in Ratzeburg, der Heimat unseres Archivars Carl-Hermann. In den 15 Jahren zwischen dem 24. Familientag 1958 in Ratzeburg und dem 29. Familientag 1973 in Bad Harzburg kam es nur zu vier Treffen: 1961 in Altenau im Harz, 1968 in Braunschweig, 1969 in Goslar, 1971 wiederum in Altenau. In den Jahren 1959 und 1960, 1962 bis 1967 sowie 1970 und 1972 - das heißt, in insgesamt 10 Jahren - fanden keine Familientage statt. Seit 1973 begehen wir die Familientage in jährlicher Folge. In den zurückliegenden 31 Jahren haben wir also 32 Familientage durchgeführt.

2. Die Anfänge

Von Anfang an gab es im Familienverband prägende Gestalten. Da war zum einen der erste Archivar, der legendäre Richard Schrader-Hornburg. Auf ihn geht die gesamte Systematik unseres Archivs zurück. Bereits um die Jahrhundertwende hat er damit begonnen, die Geschichte seines Geschlechtes zu erforschen und sich mit anderen Schrader-Forschern zu vernetzen. Nur so ist es zu erklären, daß der Verband von Anfang an über beachtliche Archivbestände verfügte. Richard Schrader-Hornburg wurde bereits beim 2.Familientag 1921 in Berlin-Spandau zum 1.Ehrenmitglied ernannt. Dann gab es die Mitbegründer des Verbandes, von denen hier nur zwei namentlich erwähnt seien, weil sie sich an jenem denkwürdigen dritten Weihnachtsfeiertag 1920, am 27. Dezember als Triumvirat mit Richard Schrader-Hornburg in der Wohnung von Dr. Hans Schrader-Thale getroffen haben. Der Dritte im Bunde war Pfarrer Hermann Schrader-Derenburg. Nicht dabei in Spandau, obwohl ein Mann der ersten Stunde, war der Vetter meines Vaters und Onkel von Base Christel Zeigan, der Quedlinburger Rechtsanwalt und Notar Martin Schrader.

Die zweite prägende Gestalt war der erste Vorsitzende des jungen Familienverbandes, Geheimrat Dr. jur. Emil Schrader aus der Sippe Badeleben. Er war Direktor im Oberhofsmarschallamt des Kaisers und Königs von Preußen und Justitiar der Königlichen Hofämter in Berlin gewesen. Emil Schrader-Badeleben führte den Verband von 1921 bis zu seinem Tod am 9. Oktober 1935. Beim 6. Familientag, am 4.Oktober 1925 in Goslar wurde er zum 2.Ehrenmitglied ernannt. Emil Schrader-Badeleben hat schon früh die Schaffung eines Verbandswappens angeregt. Im Jahre 1923 übernahm er auch das neu geschaffene Amt eines Heroldsmeisters.

In den Gründerjahren wurden übrigens alle Ämter nur auf ein Jahr gewählt. Vom dritten Familientag in Magdeburg wird berichtet, daß einige Mitglieder vorzeitig abreisen mußten aufgrund der "Zuglage". Offenbar verkehrten die Züge der Deutschen Reichsbahn damals nicht so verläßlich. Aber das kennen wir auch von der Deutschen Bahn. In den Niederlanden ist das vermutlich ganz anders. Zu den ältesten aktiven Mitgliedern unseres Verbandes gehören übrigens die Eltern unseres Vetters Klaus, Sippe Großgleidingen, Mitglied des Beirates. Sein Vater Kurt Schrader (1871-1948), Direktor in Hagen, spielte bereits in den zwanzger Jahren eine wichtige Rolle. So hat er den 11. Familientag 1930 in Bremen geleitet, weil der Vorsitzende Emil Schrader-Badeleben wie bereits im Vorjahr am Erscheinen gehindert war. Auch Klaus' Mutter, unsere verehrte frühere Vorsitzende, Base Anneliese Schulte-Schrader, Sippe Eilenstedt, hat als junge Frau an den Familientagen in den dreißiger Jahren teilgenommen und dabei auch ihren Mann kennengelernt. In den Jahren 1922 bis 1924 traten insgesamt 110 Personen dem Familienverband bei, der seine höchste und nie wieder erreichte Mitgliederzahl von 181 Personen im Jahr 1926 verzeichnete.

Liebe Basen, liebe Vettern, wir haben in der Vergangenheit bisweilen über den Charakter unserer Familientage diskutiert. Dabei habe ich stets betont, daß wir von unserem Ursprung her primär ein Verband von Familienforschern sind und nicht ein Verein zur Pflege der Geselligkeit von Menschen gleichen Namens. Daß der gesellige Austausch, daß die Freude nicht zu kurz kommen darf, versteht sich von selbst. Von dieser Grundbestimmung unseres Verbandes ergibt es sich ganz folgerichtig, daß im Mittelpunkt unserer Familientage Vorträge stehen sollten, die das Leben von Schraderfamilien über mehrere Generationen darstellen oder das Lebensbild einzelner Persönlichkeiten des Namens Schrader nachzeichnen. Doch damit dies möglich ist, müssen sich Basen oder Vettern aufmachen, vorhandene Unterlagen aufzuarbeiten oder gar selbst Forschungsarbeit in Bibliotheken und Kirchenbüros zu leisten. Das ist mühsam und das kostet Zeit. Wir wissen, daß es stets nur wenige sind, die bereit sind, sich dieser Aufgabe zu unterziehen. Die Klage über zu wenig Forschungsaktivität ist nicht neu. Ich zitiere den schon erwähnten Archivar Richard Schrader-Hornburg, der 1928 beim 9. Verbands-Familientag, wie es damals hieß, in Halberstadt dazu Bemerkenswertes ausführte:

"Unsere Tätigkeit kann lediglich im Sammeln, Vorbereiten, Beobachten, Aufzeichnen bestehen, und diese Tätigkeit erscheint vielen recht langweilig, so daß sie beizeiten die Flinte ins Korn werfen. Wäre es möglich, die Familiengeschichte von heute auf morgen bis auf Adam und Eva zu ergründen, so wäre es begreiflich, wenn der Familengeschichtsforscher sehr bald das Interessen an der Sache verlöre, denn wenn eine Sache vollständig fertig ist, wird sie beiseite gestellt und vermag uns nur noch ganz selten und vorübergehend zu packen. Es ginge uns wie einem Menschen, der dauernd satt ist. Den vermag auch eine mit den auserlesensten Gerichten besetzte Tafel nicht zu interessieren. Hunger ist der beste Koch. Wer den hat, dem wird auch die bescheidenste Mahlzeit munden und ihn zu neuer Tatkraft stärken. Wer gelernt hat, sich auch an den kleinsten Erfolgen seiner Arbeit zu freuen, den wird alle Mühe und Arbeit nicht verdrießen, und sollte er noch so viele Fehlschläge erleben.

Satt sein ist unser schlimmstes Uebel. Wir wollen uns ja nicht ärgern, wenn nicht alles nach unserm Willen und im Eiltempo geht. Wir wollen Gott danken, daß er uns die Arbeit nicht so leicht gemacht hat, danken, daß er uns auch manchmal lange in einem Irrtum befangen hält. Nicht in der restlosen Ergründung aller Geheimnisse wollen wir unsere Seligkeit suchen, sondern im Hunger und Durst ... Selig sind, die da hungert und dürstet."

Nun ist mir klar, daß wir Heutigen derartige Aufforderungen zum asketischen Leben und Arbeiten nicht so gern hören. Beeindruckend finde ich allerdings die Nüchternheit und den Realismus dieser Einschätzung von familiengeschichtlicher Arbeit. Es handelt sich eben um ein mühsames Geschäft. Aber vielleicht gilt auch hier der Satz "Der Weg ist das Ziel". Das Gefühl, unterwegs zu sein zu neuen Erkenntnissen und Einsichten, birgt etwas Aufregendes, das nicht daduch an Bedeutung verliert, weil wir bisweilen nicht weiter zurückkommen oder die Datenlage doch zu dürftig bleibt, um das Leben von Vorfahren in befriedigender Weise rekonstruieren zu können.

Und auch das gab es bei den frühen Familientagen. Daß viele Mitglieder es trotz hehrer Absichten nicht einrichten konnten oder einzurichten wußten, zu den Familientagen zu erscheinen. Vom 10. Familientag, der 1929 zum zweiten Mal in Braunschweig stattfand, hat sich ein Vetter aus Karlsruhe poetisch abgemeldet, und zwar in Form eines Gedichtes unter der Überschrift

"Zum 29. September 1929":
In fernem Land - unnahbar meinem Schritte -
Ist heut das Schradersche Familienfest;
Ich wäre gar zu gern in Eurer Mitte
Und bin betrübt, daß sichs nicht machen läßt!

So schwer mirs fällt, ich muß darauf verzichten
An diesem schönen Tag dabei zu sein.
Ich bin gebunden durch verschiedne Pflichten -
Ihr werdet das verstehen und - verzeihn!

Heut kanns nicht sein! Drum übe ich Entsagung,
Doch übers Jahr, da komm' ich, so Gott will!
Legt aber bitte nicht die nächste Tagung
Nach Buxtehude oder nach Tripstrill!

Solch eine Reise kann ich nicht vertragen -
Drum, wollt Ihr mich in Eurer Mitte sehn,
Dann müßt Ihr hier in unsrer Gegend tagen --
In Süddeutschland ists nämlich auch ganz schön!
Doch wünsche ich Euch heute frohe Stunden -
Und bin ich auch persönlich nicht dabei,
Wir bleiben in Gedanken stets verbunden! --
Es lebe hoch die ganze Schraderei!

3. Die Dreißiger Jahre

Beim 11. Verbandsfamilientag am 27. und 28. September 1930 in Bremen wurde mit "großem Beifall", wie das Protokoll vermerkt, der Antrag von Artur Schrader-Rottmersleben aus Hannover angenommen, nach dem in jedem Jahr von einem Mitglied ein Vortrag über ein famliengeschichtliches Thema gehalten werden sollte. Der Antragsteller bot an, für das kommende Jahr den ersten Vortrag zu halten zum Thema "Namensbildung im Allgemeinen und Bildung des Namens Schrader im Besonderen". Bei diesem Familientag wurde übrigens der Vorschlag abgelehnt, einen festen Tagungsort zu wählen. Begrüßt wurde dagegen die Empfehlung, bei der Wahl der Tagungsorte die Plätze zu berücksichtigen, die "Gelegenheit zu Forschungen" böten. Der 12. Familientag sollte am 1. Oktober 1931 in Berlin stattfinden. Doch dazu kam es nicht mehr. Der wirtschaftliche Niedergang seit 1930 und die damit einhergehende Not breiter Bevölkerungskreise sollte - wie bereits erwähnt - zu einer fünfjährigen Unterbrechung der Familientage führen. Die Mitgliederzahl sank in diesen Jahren um über ein Drittel auf 120 Personen im Jahr 1934. Die Chronik vermerkt, daß nach Abschluß des Familientages einige Schraders am Montag noch die Gelegenheit benutzten, um nach Wesermünde zu fahren und den Riesendampfer "Columbus" zu besichtigen, der gegen 1 Uhr mittags "unter Tücherschwenken und unter den Klängen "Muß i denn zum Städtle hinaus" in See stach.

Erst im Jahre 1936 kam man zum 12. Familientag zusammen. Bezeichnenderweise fand dieser Familientag nicht wie bisher im Herbst statt, sondern im Januar. Am 25. und 26. Januar 1936 traf man sich im westfälischen Hagen. Für den im Vorjahr verstorbenen Ersten Vorsitzenden Geheimrat Dr.jur Emil Schrader-Badeleben, wurde der 38jährige Paul E.Schrader Küblingen (geb. 24.9.1897) gewählt, der wie sein Vater Paul sen. Kaufmann in Düsseldorf war und dem Verband seit 1924 als Mitglied angehörte. Die Wahl sei auf ihn gefallen, so hat es mir Vetter Carl Hermann in einem Gespräch in Eutin am vergangenen Sonnabend geschildert, weil man unbedingt einen jüngeren Vorsitzenden haben wollte. Es gab einfach die Befürchtung, daß bei der Wahl eines betagten Herrn zu schnell ein Nachfolger hätte bestellt werden müssen. Paul Schrader-Küblingen hat dann diesen Erwartungen voll und ganz entsprochen und das Amt des Verbandsvorsitzenden 31 Jahre lang bis zu seinem tragischen Unfalltod am 13. September 1967, wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag, ausgeübt. Der Mitgliederbestand hatte 1936, vermutlich infolge des mehrjährigen Ausfalls der Familientage, mit 108 Personen einen Tiefstand erreicht.

Nun sollten noch drei Familientage im Jahresrhythmus folgen, bis der 2. Weltkrieg für neun Jahre die Durchführung von Familientage verhinderte. Mit zunehmender Kriegsdauer kam das Verbandsleben mehr und mehr zum Erliegen brachte.

Der 13. Familientag versammelte am 22. und 23. Mai 1937 Basen und Vettern wiederum im Harz. Nach Goslar und Halberstadt war nun Bad Harzburg als Tagungsort gewählt worden. Mit 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreichte der Familientag eine Besucherzahl, die bis 1968 nicht wieder erreicht werden sollte. Wenn wir bei Familientagen heute in der Regel mehr als 40 Personen sind, dann ist das - gemessen an den Familientagen der Vorkriegszeit - eine stattliche Zahl.

Der 14. Familientag wurde zum 18. und 19. Juni 1938 nach Magdeburg und zwar in das Hotel "Magdeburger Hof" eingeladen. Unter den Gästen befanden sich Jack Schrader-Königslutter aus London und - ich bitte um besondere Aufmerksamkeit - erstmals Mitglieder aus Holland. Es waren, wie die Chronik vermerkt, nur Männer. Die Frauen waren offenbar zu Hause geblieben. Ausdrücklich und anerkennend wird betont, daß die niederländischen Mitglieder "extra im Auto" nach Deutschland gefahren waren.

Die Chronik bezeichnet den 14. Familientag als die "wohl erfolgreichste und bedeutungsvollste Tagung aller bisherigen Familientage" und betont, daß die gesamte große Presse Deutschlands in ausführlichen Artikeln über den Verlauf berichtet und auf die Bedeutung dieser Tagung hingewiesen habe. Der Grund für einen Familientag in Magdeburg hing zusammen mit der Wiederentdeckung und Instandsetzung der Erbgruft der Sippe Schrader-Rottmersleben in der Heilig-Geist-Kirche im Jahre 1935. Diese im Jahre 1713 von Peter III Schrader-Rottmersleben (1670-1736) errichtete Erbgruft war 1809 von den Napoleonischen Besatzungs- truppen geschlossen worden. Diese Gruft, die in 44 Särgen Sippen-Angehörige aus fünf Generationen beherbergte, war die größte erhaltene Erbgruft einer bürgerlichen Familie in Deutschland. Die aus dem Mittelalter stammende Heilig-Geist-Kirche ist im Jahre 1959 auf Veranlassung des Magdeburger Rates abgebrochen worden. Die Särge mit den Toten wurden verbrannt und die Kirche mit der Gruft eingeebnet. Damit ist diese einmalige Gedenkstätte der Familie Schrader-Rottmersleben vernichtet worden.

Zum 15.Familientag, der schon im Schatten des aufziehenden Krieges stand, kam man am 17. und 18. Juni 1939 in Hannover zusammen. Unter den Gästen war ein neues Mitglied aus den Vereinigten Staaten, nämlich Fregattenkapitän Albert E. Schrader-Lauenau aus Batesville im Bundesstaat Indiana. Er war damals Militärattaché der USA in Berlin und nahm später an der Schlacht um Pearl Harbour teil.

Nun senkte sich der 2.Weltkrieg wie ein Verhängnis über Deutschland und von Deutschland ausgehend über ganz Europa mit Auswirkungen auch auf andere Erdteile. Am Ende stand ein Europa mit verwüsteten Ländern und verstörten Menschen. Eine Menschheitskatastrophe von bis dahin unvorstellbaren Ausmaßen.

Die zwanziger Jahre waren goldene Jahre für unseren Verband (Familientage 1 bis 11) Nach einer fünfjährigen Pause ab 1930 aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage folgte ab 1936 eine kurze Blütezeit mit vier Familientagen (12 bis 15). Heute nun möchte ich die Geschichte der 14 Familientage in den 25 Jahren von 1948 bis 1973 nachzeichnen, die - bis auf zwei Ausnahmen 1950 und 1954 - jeweils im Frühjahr, nämlich im Mai oder Juni, stattgefunden haben. Im kommenden Jahr werde ich dann in einem dritten Teil die Familientage ab 1974 bis heute darstellen.

4. Die Zeit nach dem 2.Weltkrieg

Erst im Jahre 1948, also neun Jahre nach dem letzten Familientreffen 1939 in Hannover gelang es unter schwierigsten Bedingungen, den 16. Familientag am 23. Mai in Düsseldorf zusammentreten zu lassen. Der für 1940 geplante 16. Familientag in Bad Pyrmont konnte kriegsbedingt nicht mehr stattfinden. Vorausgegangen war der Tod des langjährigen Archivars und ersten Ehrenmitglieds Richard Schrader-Hornburg am 17.April 1947. Das Archiv wurde gut verpackt von Hornburg nach Düsseldorf verbracht. Dort nahm es der Vorsitzende Paul Schrader-Küblingen in seine Obhut. Beim Familientag wurde der Schatzmeister Rudolf Schrader-Königslutter, der Vater unserer Base Lieselotte, zum vorläufigen Archivar bestellt. Das Protokoll vermerkt, daß Vetter Rudolf der Student Carl Hermann Schrader-Scharbow als "Mitarbeiter" zur Seite gestellt wurde. Vetter Carl Hermann war auch der Verfasser des Berichtes vom 16.Familientag, der in Nr.30, Teil 1 unserer Mitteilungshefte erschienen ist.

Unter den 24 Teilnehmern aus acht verschiedenen Sippen befanden sich Anneliese Schrader, geb. Schrader aus Hagen in Westfalen, die Mutter unseres Beiratsmitgliedes Klaus und nachmalige Vorsitzende. Sie vertrat die Sippen Eilenstedt und Groß Gleidingen. Aus der Sippe Königslutter waren Oberstleutnant a.D. Malte Schrader sen. und Ehefrau aus Soest anwesend. Vetter Malte war übrigens das einzige Mitglied, das seit 1921 an allen Familientagen teilgenommen hatte. Gastgeber waren die Eltern von Base Lieselotte, Rudolf Schrader und Frau aus Düsseldorf-Gerresheim. Die Versammlung gedachte der 29 Mitglieder, die seit dem letzten Familientag 1939 gefallen oder gestorben waren.

Diskutiert wurden die Themen Mitgliederwerbung und Beitragsermäßigung für Mitglieder in schwieriger wirtschaftlicher Lage. Der Beitrag betrug 1948 monatlich 83 Pfennige, also rund 10 Mark im Jahr. In den Beirat aufgenommen wurde Rechtsanwalt Dr. jur. Kurt Schrader-Badeleben, der Sohn des ersten 1935 verstorbenen Familienverbandsvorsitzenden, Geheimrat Dr.jur Emil Schrader-Badeleben. (oder erst 1957 in Bad Pyrmont?)

Der Familientag klang aus mit einem fröhlichen Beisammensein im Hause des Vorsitzenden Paul Schrader-Küblingen. Vetter Carl Hermann schreibt:

"Allein dem Wunsche der jüngeren Basen und Vettern nach einem frohen Tänzchen konnte aus bestimmten Gründen nicht entsprochen werden. Aber die bereits früher gepflogene Sitte soll im nächsten Jahr dadurch hinreichend zu ihrem Recht kommen, daß sich die Teilnehmer, nachdem sich die Frage der Unterbringung bis 1949 inzwischen wesentlich gebessert haben wird, bereits am Vorabend der Haupttagung versammeln, und somit zwei volle Abende zum fröhlichen "Gaudeamus" frei sind."

Der 17. Familientag fand am 12.Juni 1949 wiederum in Düsseldorf statt. So sollte es auch im folgenden Jahr sein. Der Grund dafür war die Anwesenheit des Vorsitzenden Vetter Paul E.Schrader und des Schatzmeisters Vetter Rudolf Schrader, die es in schwierigen Zeiten ermöglichten, die anreisenden Mitglieder unterzubringen und zu beköstigen. Ein zentrales Thema dieses Familientages war die Diskussion über Inhalt und Umfang des Heftes 30, Teil 2 der Mitteilungen.

5. Die Fünfziger Jahre

Der 18.Familientag kam am 7./8. Oktober 1950 wiederum in Düsseldorf zusammen, zum dritten Mal im Hotel "Damm am Ring" im Düsseldorfer Stadtteil Oberkasse. Ein besonderer Gast war Elisabeth Schrader-Marienborn aus New York. Nun wurde das seit dem Tod von Richard Schrader-Hornburg verwaiste Amt des Verbandsarchivars durch einstimmigen Beschluß der Mitgliederversammlung Vetter Carl Hermann Schrader-Scharbow übertragen. Vetter Carl Hermann hat das Amt des Archivars also von 1950 bis 2004, also fast genau 54 Jahre innegehabt.

Der 19. Familientag trat am 9./10 Juni 1951 erstmals in Hamburg zusam- men. Erschienen waren 27 Mitglieder aus 12 Schrader-Sippen sowie zwei Ehrengäste. Unter den Mitgliedern war übrigens erstmals auch mein Vater. Und nun war es so wie in den folgenden Jahrzehntenb blieb: Vetter Carl Hermann, damals 29 Jahre alt, hielt einen Vortrag. Die zweite domimante Gestalt damals und in den folgenden 20 Jahren war der Heroldsmeister der Verbandes, Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers (Sippe Rottmersleben). Ein Höhepunkt des Hamburger Familientages war ein Besuch im Archiv von Landgerichtsdirektor Dr. Ascan Lutteroth, eines damals in Deutschland bekannten Genealogen und Geschichtsforschers.

Im Jahr darauf versammelte sich der 20. Familientag am 25. Mai 1952 zum zweiten Mal nach 1927 in Soest in Westfalen. Das hier ansässige Ehrenmitglied Malte Schrader sen., Sippe Königslutter, hatte die Vorbereitungen übernommen. In Soest beschloß die Mitgliederversammlung, im folgenden Jahr 1953 nicht nur eine Neuwahl der Vorstands- und Beiratsmitglieder vorzunehmen, sondern auch dies auch von da an im Turnus von jeweils drei Jahren zu wiederholen. Bis dahin hatte die Meinung vorgeherrscht, der Vorsitzende bliebe im Amt und brauche nicht wiedergewählt zu werden, "solange er das Vertrauen der Mitglieder" genieße (Protokoll 17.Familientag, 12.6.1949).

Zum 21. Familientag versammelten sich 23 Mitglieder nun zum vierten Mal in Düsseldorf, und zwar am 17.Mai 1953. Wie in Soest im Jahr zuvor beschlossen, wurde der Vorsitzende für die nächsten drei Jahre, die Vorstands- und Beiratsmitglieder jeweils für ein Jahr wiedergewählt. Wenige Wochen später starb Ehrenmitglied Oberstleutnant a.D. Malte Schrader im Alter von 82 Jahren und fast gleichzeitig der Mitbegründer unseres Familienverbandes, der Quedlinburger Rechtsanwalt Martin Schrader, Sippe Quedlinburg, ein Cousin zweiten Grades meines Vaters.

Der 22. Familientag trat am 25./26. September 1954 zum dritten Mal in Braunschweig zusammen. Anwesend waren 28 Mitglieder aus 9 Sippen. Nachdem seit 1948 wieder alljährlich ein Familientag begangen worden war, trat nun nach dreijähriger Unterbrechung der 23. Familientag am 12.Mai 1957 in Bad Pyrmont zusammen, im Jahr darauf trat man sich zum 24. Familientag, am 12.Mai 1958 in Ratzeburg. Anlaß für die Wahl dieses Tagungsortes und das Datum war die 250jährige Wiederkehr der am 19.Mai 1708 erfolgen Adelserhebung der Brüder Geheimer Legationsrat Professor Dr.Christoph Schrader und Geheimer Justizrat Kilian Schrader in den Reichsadelstand, beide aus der Sippe Schrader-Göttingen. Kilian von Schrader ist der Stammvater aller heute noch lebender Träger des Namens von Schrader.

6. Die Sechziger Jahre

Nach wieder dreijähriger Pause fand der 25. Familientag - das Jubiläumstreffen - in Altenau im Harz statt, und zwar am 13. /14. Mai 1961. Der stellvertretende Vorsitzende Heyno Schrader-Küblingen, der in Altenau ein Sommerhaus besaß, hatte die Organisation des Familientages übernommen.25 Mitglieder aus neun Sippen waren der Einladung gerfolgt. Der Vorsitzende Paul E.Schrader-Küblingen war nun seit 25 Jahren Verbandsvorsitzender. Nun trat eine Unterbrechung von sieben Jahren ein, so daß der 26.Familientag erst 1968 stattfinden konnte.

Für den langjährigen Schatzmeister Rudolf Schrader-Königslutter, den Vater von Base Lieselotte, und den langjährigen Vorsitzenden Paul E.Schrader-Küblingen, sollte der Altenauer Familientag 1961 der letzte werden. Vetter Rudolf starb am 10.Juli 1965 in Düsseldorf, Paul E.Schrader verstarb am 13.September 1967 an den Folgen eines Verkehrsunfalls ebenfalls in Düsseldorf.

Am 22./23.Mai 1968 kam der 26. Familientag nach 1924, 1929 und 1954 nun bereits zum vierten Mal in Braunschweig zusammen,. Es nahmen 26 Personen aus neun Sippen teil. Zum Vorsitzenden wurde Heyno Schrader - Küblingen gewählt, der dem Verband bis 1973 vorstand. Vetter Carl Hermann Schrader - Scharbow wurde nicht nur als Archivar bestätigt, sondern auch zum 1. Stellv. Vorsitzenden berufen. Neu in den Beirat kamen Oberlandesgerichtsrat Dr.jur Hans- Ludolf Schrader - Braunschweig aus Kassel und Dipl.- Ing. Jens Peter IX. Schrader-Rottmersleben aus Cuxhaven.

Der 27.Familientag trat am 10./11.Mai 1969 in Goslar zusammen. Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers, Heroldsmeister des Verbandes, wertete dieses Treffen als das "großartigste und würdigste" in der bald 50jährigen Verbandsgeschichte. Grund für solche Euphorie war sowohl der Empfang durch den Goslarer Oberbürgermeister Degenhardt wie auch das Ambiente der historischen Kaiserstadt und dem imposanten Tagungsort im berühmten Hotel "Kaiserworth". 37 Teilnehmer aus 13 Sippen waren anwesend, darunter mein Vater Friedrich-Wilhelm Schrader, der damals noch zur Sippe Goslar gerechnet wurde. Mittlerweile sind wir die Sippe Schrader-Quedlinburg. Der Rede des Oberbürgermeisters kam insofern eine besondere Bedeutung zu, als dieser ein Studienfreund von Dr.Wilhelm Schrader-Rottmers gewesen war und zu einer Reihe anderer Juristen unter den Schraders gute berufliche Kontakte besaß. Alle Anwesenden durften sich in das Gästebuch der Stadt Goslar eintragen. Oberbürgermeister Degenhardt trug sich seinerseits in das von Beiratsmitglied Jens Peter Schrader-Rottmersleben gestiftete "Erinnerungsbuch der Familientage" ein.

Der für 1970 geplante 28. Familientag in Altenau wurde jedoch später um ein Jahr verschoben, angeblich um ihn erst nach dem Tag des 50-jährigen Bestehens (27. Dezember 1970) zu feiern.


7. Die Siebziger Jahre

Der 28. Familientag fand dann am 22. /23. Mai 1971 zum zweiten Mal in Altenau statt und zählte 37 Teilnehmer aus 13 Sippen. Neu in den Beirat gewählt wurden Schiffsoffizier Klaus Schrader, Sippe Großgleidingen, und Gartenbau-Ingenieur Jürgen Schrader, Sippe Rottmersleben. Bemerkenswert ist der, wie es im Protokoll heißt, "kurze ergreifende Festvortrag" des Heroldsmeisters des Verbandes, Vetter Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers. Thema: "Ein halbes Jahrhundert Familien- verband Schrader - eine Würdigung mit Ausblik in die Zukunft". Es wurde eine Abschieds- und Vermächtnisrede, und die Zuhörer haben dies auch so empfunden, ohne daß der Referent wissen konnte, daß dies sein letzter Familientag sein würde. Wilhelm Schrader-Rottmers appellierte an die Anwesenden, "die Bestrebungen zur Forschung und zur Pflege der Freundschaft weiter fortzusetzen zum Wohle und Gedeihen unseres Verbandes". Eineinhalb Jahre später starb Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers kurz vor Vollendung seines 64.Lebensjahres. Bereits 1937 war er in den Beirat gewählt worden, 1945 hatte er das Amt eines Heroldsmeisters übernommen. Seither hatte Wilhelm Schrader-Rottmers starke Anteile an der Herausgabe der Mitteilungshefte und der Vorbereitung und Gestaltung der Familientage, von denen er bis auf eine Ausnahme seit 1937 an allen teilgenommen hatte. 1969 wurde er anläßlich der Feier seines 60. Geburtstages zum 12. Ehrenmitglied ernannt.

Der 29. Familientag fand am 2./3. Juni 1973 zum zweiten Mal in Bad Harzburg statt. Erschienen waren 33 Teilnehmer, davon 28 Mitglieder aus 11 Sippen. Wichtigstes Ereignis war die Neuwahl eines Vorsitzenden. Vetter Heyno Schrader-Küblingen gab das Amt nach fünfjähriger Tätigkeit aus Altersgründen ab. Zu seinem Nachfolger wurde Siegfried Schrader, Sippe Thüste, gewählt. Das Amt des Heroldsmeisters blieb unbesetzt, allerdings übernahm es Vetter Jens Peter Schrader-Rottmersleben, das Amt kommissarisch zu verwalten. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Der 30. Familientag in Celle am 5./6. Oktober 1974 stand unter einem unglücklichen Stern. Wenige Tage zuvor war das Ehrenmitglied und langjähriger Vorsitzender Heyno Schrader-Küblingen beigesetzt worden. Der Familientag verlief, so vermerkt das Protokoll, in "stillerer, aber nicht weniger herzlicher Atmosphäre". Geleitet wurde der Familientag von dem ein Jahr zuvor gewählten Vorsitzenden Siegfried Schrader-Thüste, der wenige Wochen später, am 11.Dezember 1974, ebenfalls überraschend sterben sollte. Den Hauptvortrag hielt der Archivar Karl Hermann Schrader-Scharbow über "Ludwig von Schrader, 1686 - 1765, Erster Sekretär in des Prinzen von Wales". Am Familientag nahmen 26 Personen aus den Sippen Braunschweig, Eilenstedt, Göttingen I, Hornburg, Königslutter, Küblingen, Rottmersleben, Scharbow und Thüste teil.

Der 31. Familientag in Bückeburg am 4./5. Oktober 1975 wählte Vetter Dr. Hans-Ludolf Schrader- Braunschweig, Senatspräsident in Kassel, zum neuen Vorsitzenden. Neu in den Beirat gewählt wurden Christa Schrader-Königslutter und Heinz-Ulrich Schrader- Göttingen, beide wohnhaft in München. Vorträge hielten Vetter Heinz-Ulrich über eine geplante Besteigung des Pic Schrader in den Pyrenäen und der Archivar Vetter Carl Hermann über "Julie Schrader - Genealogie einer Pusteblume". Die Teilnehmerzahl lag bei 41 Personen.

Der 32. Familientag in Kassel am 2./3. Oktober 1976 vereinigte 28 Teilnehmer im Hotel "Schweizer Hof". Den Hauptvortrag hielt Prof. Hermann Mitgau über das Thema "Ein patrizischer Sippenkreis um den Braunshweiger Bürgermeisnter Hermann Schrader (1570-1639).

Den 33.Familientag in Eutin am 8./9. Oktober 1977 in Eutin hatten der Archivar Vetter Dr. Carl Hermann und seine Frau Agathe vorbereitet. Der Vorsitzende konnte 37 Teilnehmer begrüßen. Die Hauptvorträge hielten Studiendirektor Peters und und Kreispräsident Prüß über Eutins berühmteste Söhne, Carl Maria von Weber und Johann Heinrich Voß.

Zum 34 .Familientag am 7./8.Oktober 1978 am Tegernsee reisten die Mitglider in den Süden der Bundesrepublik.. Base Christa Schrader-Königslutter hatte dafür geworben, einmal das "Schrader-Gebiet" zu verlassen und zu ihr in den Süden zu kommen. Es war ein besonders fröhlicher Familientag, der vor der unvergeßlichen Alpenkulisse stattfand. Immerhin waren 30 Mitglieder aus 14 Sippen (Bockenem, Braunschweig, Eilenstedt, Goslar - heute Quedlinburg, Göttingen, Groß-Gleidingen, Hornburg, Kniestedt, Königslutter, Küblingen, Rottmersleben, Mleverode, Scharbow und Windhausen) der Einladung gefolgt. Vetter Wilhelm Schrader-Kniestedt hielt ein Referat mit dem Titel "500 Jahre Schrader in Kniestedt". Vetter Dr. Carl Hermann Schrader-Scharbow sprach anhand von Dias über "Die Vorfahren der Caroline Henriette Endemann".

Beim 35. Familientag am 6.7. Oktober 1979 in Bonn-Bad Godesberg wurde Base Anneliese Schulte geb. Schrader- Groß-Gleidingen, als Nachfolgerin von Vetter Dr. Hans-Ludolf Schrader zur Vorsitzenden des Familienverbandes gewählt. Damit stand seit der Gründung erstmals eine Frau dem Familienverband vor. Vetter Dr. Carl Hermann Schrader-Scharbow sprach in seinem Vortrag über die Anlegung eines Stammbaumes und einer Ahnentafel. Am Familientag nahmen 21 Personen teil

8. Die Achtziger Jahre

Der 36. Familientag vom 3. - 5. Oktober 1980 in Braunschweig versammelte die Mitglieder zum fünften Mal in der Verbandsgeschichte in der Stadt Heinrichs des Löwen. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Schloßgutes Riddagshausen und der dortigen Klosterkirche. Vetter Ahns-Ludolf erläuterte eine Ausstellung alter Schrader-Bilder und Urkunden, die seine Familie betrafen.

Den 37.Familientag vom 9. - 11. Oktober 1981 in Wolfenbüttel, besuchten von 29 Teilnehmern. Die Mitgliederversammlung wählte Vetter Carl Hermann Schrader-Scharbow zum 14. Ehrenmitglied. Vetter Carl Hermann hielt einen Vortrag über Albrecht Schrader, einen Göttinger Handelsherren im 16. Jahrhundert.

Beim 38. Familientag vom 8 - 10. Okober 1982 in Hameln trafen sich 24 Teilnehmer in der Rattenfängerstadt. Der Archivar hielt einen Vortrag über "Altes und Neues über die Familie Schrader-Groß Gleidingen". Durch eine Satzungsänderung wurde das Amt des Heroldsmeisters abgeschafft. Die entsprechenden Aufgaben sollen künftig vom Archivar miterledigt werden.

Der 39. Familentag vom 7. - 9. Oktober 1983 in Ratzeburg war mit 80 Teilnehmern der größte und gemessen an der Vielfalt und Festlichkeit des Programms auch der erfolgreichste Familientag in der 63jährigen Verbandsgeschichte. Anläßlich der 275. Wiederkehr der Nobilitierung der Brüder Christoph und Kilian Schrader durch Kaiser Joseph I im Jahre 1708 war der Familientag der "Geschichte der Familie Schrader, von Schrader, auch Freiherren von Schrader aus Wahmbeck" gewidmet. Erstmals wurde ein Mitteilungsheft des Verbandes ausschließlich der Berichterstattung über eine Familie gewidmet. Im Mittelpunkt standen zwei Vorträge: Kreismuseumsdirektor Dr. Kaack sprach über "400 Jahre Laubenburgische ritter-und Landschaft", der Archivar über "Aufstieg und Verfall der Familie von Schrader-Kulpin". Vetter Pastor Harald Schrader hielt einen Andacht in der St.Georgenkirche.

Den 40. Familientag vom 5 - 7. Oktober 1984 in Bad Sassendorf vereinigte 42 Teilnehmer. Vetter Klaus Schrader- Groß Gleidingen zeigte Filmaufnahmen vom vorigen Familientag in Ratzeburg. Es ist ganz offensichtlich, daß der strahlende Höhepunkt des Ratzeburger Familientages vom Vorjahr noch nachwirkte und dieses Treffen seinen Schwerpunkt auf die Erkundung von Soest und den gegenseitigen Austausch legte.

Den 41. Familientag 1985 vom 27. - 29. September in Münster-Handorf besuchten45 Teilnehmer. Besucht wurde die Wasserburg Hülshoff, die Heimat der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Vetter Dr.Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein berichtete über "Steinerne Zeugen von Schrader'scher Vergangenheit im Herzogtum Lauenburg". Vetter Dr. Otto Schrader-Schneverdingen referierte über "Die Glashütte Gernheim, ein Schradersches Familienunternehmen in frühindustrieller Zeit".

Der 42. Familientag vom 27. - 28. September 1986 in Bad Kreuznach führte wie 1978 aus dem Schrader-Gebiet heraus und führte 32 Teilnehmer zusammen. Vetter Dr.Dr. Hanswerner von Schrader-Beielstein sprach über das Thema "Sargdekorationen aus der von Schrader'schen Erbgruft St. Georgsberg"; der Archivar berichtete über seine Reise nach Scharbow in der DDR. Durch Satzungsänderung wurde der Vorstand erweitert, der künftig aus dem Vorsitzenden, dem Stellvertreter, dem Archivar und dem Scahtzmeister besteht. Base Anneliese Schulte geb. Schrader trat von dem Amt der Vorsitzenden zurück. Zu ihrem Nachfolger wurde Vetter Karl Hermann Schrader-Scharbow gewählt, der das Amt zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Archivar übernahm. In den Beirat wurden gewählt: Hanswerner von Schrader-Beielstein, Jost Heinrich Schrader-Küblingen, Christa Schrader-Königslutter, Malte Schrader-Königslutter und Jens Peter Schrader-Rottmersleben.