Wappen des "Familienverband-Schrader e.V.

Familienverband Schrader e.V.

Chronik

Chroniken der “Familientage” (5/6)

Teil V: 2012 – 2019

68. Familientag: 28.-30. September 2012 in Goslar.
Der Einladung am Rande des Harzes waren 37 Mitglieder und Gäste gefolgt. Damit trat der Familientag nach 1925 und 1969 zum dritten Mal in der Kaiserstadt zusammen.

Bürgermeisterin Renate Lucksch wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass Goslar mit erheblichen Strukturproblemen zu kämpfen habe, da der Bergbau aufgrund erschöpfter Erzvorräte und fehlender Rentabilität zu Erliegen gekommen sei.

Am Nachmittag stand der Besuch des Bergwerkmuseums Rammelsberg auf dem Programm. Tiefen Eindruck hinterließ der Vortrag von Rainer Bolcek aus Freiberg/Sachsen über „Das Leben und Wirken von Richard Schrader (-Hornburg). Dem Referenten, verheiratet mit einer Enkelin des ersten Archivars und ersten Ehrenmitglieds des Familienverbandes Schrader e.V., gelang es, die vielseitig und auch musisch begabte Persönlichkeit anschaulich zu porträtieren. Richard Schrader hat die bis heute verbindliche Systematik des Archivs des Familienverbandes entwickelt, das er von 1920 bis zu seinem Tod 1947 ausgebaut und betreut hat. Unter den Gründungsvätern des Familienverbandes, in ihrer Mehrheit Juristen, war der „Dorfschulmeister“ Richard Schrader der herausragende kreative Geist, ein ideenreicher Inspirator und pragmatischer Realisator.

69. Familientag: 27. – 29. September 2013 in Schleswig.
Der Vorschlag, in der ehemaligen preußischen Provinzialhauptstadt an der Schlei zu tagen, entsprach dem Wunsch des Vorsitzenden, vor seinem Eintritt in den Ruhestand (2026) den Familientag einmal in seiner schleswig-holsteinischen Heimat zu empfangen.

Bürgermeister Thorsten Dahl begrüßte die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die anschließend im St. 800jährigen Petri-Dom den berühmten von Hans Brüggemann Anfang des 16. Jahrhundert geschnitzten Bordesholmer Altar besichtigten.

Weitere Programmpunkte waren die Fischersiedlung Hom, ein UNESCO-Weltkulturerbe; eine Fahrt auf der Schlei und der Besuch im Gottorfer Globus aus dem 17 (?) Jahrhundert.

Am Abend referierte der Vorsitzende über das Leben seines Vaters. Überschrift: „Und immer rastlos zwang das Leben uns zur Eile – Das Leben des Dresdner Kaufmanns Friedrich-Wilhelm Schrader (1898-1974)“. Das Lebensschicksal Wilhelm Schraders wurde eingerückt in den Kontext der von zwei Weltkriegen geprägten ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

70. Familientag: 26. – 28. September 2014 in Magdeburg.
Die beiden ersten Familientage hatten 1922 und 1938 noch in einer historisch intakten Stadt stattgefunden. Nach der völligen Zerstörung des Stadtkerns im 2. Weltkrieg haben die Magdeburger ihre Innenstadt mit viel Engagement wiederaufgebaut.

Eine besondere Attraktion ist heute das „Hundertwasser-Haus“ des Architekten, Künstlers, Umweltschützers und „Hausbegrüners“ Friedensreich Hundertwasser (1928-2000).

Bürgermeister Trümper berichtete, dass sich Magdeburg auf seine Geschichte besonnen und die „beiden Ottos“ als große Werbeträger und Initiatoren für Kultur, Politik und Wissenschaft neu für sich entdeckt hätten.

Gemeint sind der im Dom beigesetzte deutsche Kaiser Otto der Große (912-973) und der Physiker Otto von Guericke (1602-1686), ein Technikgenie und Entdecker des Vakuums, berühmt geworden durch seine Experimente zum Luftdruck mit den Magdeburger Halbkugeln.

In ihrem Vortrag schilderte Archivarin Gunhild von Schrader das Lebensschicksal von Otto von Schrader, Sippe Wahmbek (1820-1875), Kind einer 1829 nach Amerika ausgewanderten Familie.

Der Vorsitzende hielt einen Kurzvortrag zur Böttcherfamilie Schrader aus der Magdeburger Neustadt anhand von Unterlagen des ortsansässigen Familienforschers Kurt Jagade.

71. Familientag:  25. – 27. September 2015 in Xanten/Rhein.
Untergebracht waren die 30 angereisten Basen und Vettern im Hotel „Fürstenhof“, etwas außerhalb der Xantener Altstadt.
Dort erschien am nächsten Morgen Bürgermeister Thomas Görtz, um den Familientages zu begrüßen.
In seiner Rede stellte er die 2000-jährige Geschichte und Schönheit seiner berühmten Stadt vor, deren Wurzeln in die antiken Römerzeit zurückgehen.

Während des anschließenden Rundgangs trugen die Stadtführerinnen stadtbezogene historische Balladen vor. Die Mittagszeit nutzten einige Mitglieder, um die historischen Grabungsfelder außerhalb der Stadtgrenzen aufzusuchen.

Am Abend referierte der Bonner Historiker Dr. Michael Bröcker zum Thema „Admiral Otto von Schrader (1888-1945) – Marineoffizier in der Zeit der Weltkriege“. Es war ein besonderes Erlebnis, die zentralen Aussagen einer Dissertation zu Person und Wirken des Marineoffiziers Otto von Schrader im Kontext der Weltpolitik – insbesondere des Zweiten Weltkrieges – kennenzulernen.
Otto von Schrader war unter anderem Kommandierender Admiral der norwegischen Westküste. Er starb im Juli 1945 in Bergen / Norwegen.

72. Familientag: 23. – 25. September 2016 in Münster.
Eröffnet wurde das Kulturprogramm in der „Stadt des Westfälischen Friedens“ von Bürgermeister Gerhard Joksch, der 25 Verbandsmitglieder im berühmten Friedenssaal des Rathauses zu Münster begrüßen konnte. In diesem Raum waren im Oktober 1648 die Dokumente zur Beendigung des in Deutschland wütenden 30-jährigen Krieges unterzeichnet worden. Anschließend trugen sich die Mitglieder in das Gästebuch der Stadt Münster ein.

Überraschend für die Anwesenden war die Aussage des Stadtführers, der wunderbare historische Stadtkern Münsters sei eine Nachbildung, da die Bomben des 2. Weltkrieges die Innenstadt fast gänzlich zerstört hätten.

Dr. Joachim Schrader (-Eichenbarleben) aus Berlin sprach über seine eigene Familiengeschichte unter der Überschrift: „Aus dem Leben einer Schrader-Familie in fünf historischen Epochen in Deutschland“.

73. Familientag: 23. – 25. September 2017 in Sangerhausen.
Am Familientag in der „Rosen- und Bergstadt“ hatten sich mehr als 30 Mitglieder und Gäste im Tagungslokal eingefunden, dass nicht zufällig „Rosenhotel“ heißt.
Immerhin verdankt die Stadt ihren Rum dem Rosarium, das als „Europa-Rosarium“ mittlerweile die größte Rosensammlung der Welt beherbergt. Zudem war der Silber- und Kupferbergbau bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftszweig Sangerhausens. Der frisch ins Amt gewählte Oberbürgermeisters Sven Strauß erläuterte ausführlich die bewegte Stadtgeschichte.

Am Nachmittag gings zum Kyffhäuser-Denkmal am Rande der Goldenen Aue. Die Führung übernahm ein als Ritter Gerwig von Kyffhausen verkleideter Mitarbeiter, des Denkmals, der anschaulich zu erzählen wusste, was man im 12. Jahrhundert als Gefolgsmann des Deutschen Kaisers Friedrich I. genannt Barbarossa, so alles erleben konnte und zu erleiden hatte.

Hartmut Müller, Heimatforscher und Ortschronist aus Oberröblingen, stellte in einem detailreichen Vortrag den „Oberröblinger Pfarrer Hermann Schrader (1830-1892) und seine Familie“ vor. Mit dem Tod von Pastor Schrader endete das Wohnrecht der Familie im Oberröblinger Pfarrhaus. Die Witwe Elisabeth zog zu ihrem Sohn Otto nach Allstedt und starb dort 1909. Ebenso in Allstedt verstarb 1963 als letztes der neun Pfarrerskinder Therese Schrader Im Alter von 89 Jahren.

74. Familientag: 5. – 7. Oktober 2018 in Eisenach.
Einquartiert waren die Basen und Vettern im Hotel „Haus Hainstein“, das unter der Wartburg, aber über der Stadt gelegen ist. Der freie Blick von der Terrasse auf das Kulturdenkmal Wartburg auf der Höhe des Thüringer Waldes verbreitete unter den Anwesenden eine spürbare Zufriedenheit.

Ein Höhepunkt am Sonnabend war der Besuch des Geburtshauses von Johann Sebastian Bach (1685-1750), mittlerweile ein geräumiges und technisch modern ausgestattetes Ausstellungsgebäude. Durch Gemälde und Texttafeln, vor allem mithilfe audiovisueller Technik, wurden Person und Werk Bachs im Kontext von Kultur- und Zeitgeschichte des 18. Jahrhunderts lebendig.

Auf dem Rückweg zum Tagungshotel bewunderten die Teilnehmer Deutschlands größtes zusammenhängendes Villenquartier mit 400 historischen Häusern, viele mit Fachwerk und Erkerfronten ausgestattet.
Bei der Führung durch die Wartburg fiel ein Satz, der in Erinnerung geblieben ist: „Was für die katholische Welt der Petersdom in Rom, das ist für die protestantische Welt die Wartburg.“ Die katholische Welt hat den Petersdom, den Vatikan, Rom als „Weltzentrum“. Die protestantische Welt hat einen solchen Ort nicht, aber in der Wartburg eben auch einen bestimmten Ort, der für die Reformation von überragender Bedeutung ist und eine magische Wirkung auf Protestanten aus aller Welt ausübt. Es waren die zehn Monate des Wartburg-Aufenthaltes Martin Luthers, welche der Wartburg zur Weltgeltung verhalten.

Am Abend übernahmen zwei Neumitglieder die Vortragstätigkeit.
Vetter Gert Schrader aus Schiffmühle trug vor zum Thema: „Meine Familiengeschichte unter dem Einfluss der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des 19. Jahrhunderts“.
Vetter Bernd Schrader auf Wolfratshausen berichtete aus seiner Sippe Schrader- Ottleben/Ausleben.

75. Familientag: 25. – 27. September 2019 in Papenburg.
Der ortsbildprägende Mittelkanal und weitere Grachten verleihen Papenburg ein holländisches Flair.

An den herzlichen Empfang im Rathaus durch den stellvertretenden Bürgermeister Heiner Butke schloss sich eine ausführliche Stadtrundfahrt und die Besichtigung der Meyer-Werft an.

Anhand vielfältiger Präsentationen und eigener Anschauung bekamen die Besucher einen lebendigen Eindruck von der Größe der hier auf Kiel gelegten Kreuzfahrtschiffe, die aus einzelnen separat gefertigten Blöcken zusammengeschweißt und samt Planung nach 36 Monaten an die Auftraggeber ausgeliefert werden.

Höhepunkt des Familientages war der Vortrag von Henk Schrader aus Schagen/Niederlanden) zur Geschichte der Familien Schrader – Hopsten in den Niederlanden. Vetter Henk stellte die Generationen der weit verzweigten Familie vom frühen 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart dar. Die ersten Schraders waren als sog. „Tödden“ in die Niederlande eingewandert. Sie handelten mit Flachs- und Leinenstoffen, die im Winter im Münsterland hergestellt und im Sommer in den Niederlanden verkauft wurden.