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Familienverband Schrader e.V.

Ein neues Ehrenmitglied

Klaus Schrader wurde zum Ehrenmitglied des Familienverbandes Schrader ernannt.

Ein Mann, den man nicht vergisst

Klaus Schrader wurde zum 23. Ehrenmitglied des Familienverbandes Schrader e.V. ernannt


Tangermünde.

Im Rahmen des 76. Familientages Tangermünde ist der stellvertretende Vorsitzende des Familienverband es Schrader e.V., Kapitän a.D. Klaus Schrader, am 26. September 2021 von der Mitgliederversammlung zum 23. Ehrenmitglied ernannt worden.
Es war zugleich die pandemiebedingt um ein Jahr verschobene Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen des Verbandes.
Im Folgenden dokumentieren wir die Rede, die der Vorsitzende, Pastor em. Harald Schrader, beim 74. Familientag 2018 in Eisenach anlässlich der 50-jährigen Mitgliedschaft des Geehrten gehalten hat.

„Vetter Klaus ist dem Familienverband Schrader e.V. am 23. Mai 1968 beigetreten.
Damals war er, geboren am 16. Mai 1944, 24 Jahre alt und hatte schon das Studium zum Kapitän auf großer Fahrt begonnen.

Genau betrachtet, hat Vetter Klaus die Nähe zum Familienverband schon in seiner embryonalen Disposition; heute pflegt man zu sagen, in seiner DNA.
Und das stimmt auch, denn die Familienverbandszugehörigkeit hat Vetter Klaus gleichsam mit der Muttermilch eingesogen.

Und das kam so:
Klaus‘ Mutter Anneliese Schulte, Jahrgang 1910 – die Älteren werden sich lebhaft an sie erinnern – war schon als junge Frau Mitglied unseres Verbandes geworden. Hier lernte sie auch ihren späteren Ehemann Karl Schrader aus Hagen/Westfalen kennen.
Ich weiß nicht, wann Base Anneliese erstmals an einem Familientag teilgenommen hat. Ich weiß aber, dass sie und ihre Schwester Ilse, später verheiratete Wilhelm, bei 13. Familientag 1937 in Bad Harzburg anwesend waren. Denn sie sind auf dem Gruppenfoto zu sehen. Zwei äußerst attraktive junge Frauen von Mitte bis Ende Zwanzig.


Wenn Vetter Klaus zu den Familientagen erschien – ich bin 1975 in Bückeburg eingetreten – wurde er meist flankiert von zwei mittlerweile etwas älteren, aber überaus eleganten Damen, nämlich seiner Mutter und seiner Tante. Und der Stolz der beiden Damen auf Sohn und Neffen war unübersehbar.
Bisweilen fehlte Vetter Klaus – aus gutem Grund. Er war ab 1973 als Kapitän auf großer Fahrt und Diplom-Nautiker auf hoher See oder in fernen Häfen. Das hat damals meine Phantasie beflügelt: Wo ist Klaus wohl gerade, in der Karibik auf den Antillen oder doch irgendwo auf dem Pazifik?
Mehrere Jahre ist er als 2. Offizier auf Frachtschiffen gefahren, später auf dem Passagierschiff MS Europa, ebenfalls als 2.Offizier; schließlich war Vetter Klaus, gleichsam der krönender Abschluss einer bemerkenswerten Seemanns- und Seeoffizierskarriere, elf Jahre 1.Offizier auf der MS Europa, das waren die Jahre 1988 bis 1999.
Vetter Klaus hat auch einen militärischen Rang. Seit 1986 ist er Kapitänleutnant der Reserve.


Kenntnisreiche Fernsehzuschauer der Traumschiffserien in ZDF haben dabei sofort das ‚Captains Dinner‘ im Kopf und vor Augen. Kapitän und Offiziere in weißen Galauniformen aus feinstem Tuch, und faszinierte Passagiere, die stolz darauf sind, an diesem Dinner teilnehmen zu dürfen, wenige auserwählte eben auch am Tisch des Kapitäns oder des 1.Offziers.

Gelegentlich klappte es, dass Vetter Klaus aus einem europäischen Hafen in Spanien oder Frankreich, England einflog, um am Familientag teilzunehmen. Er war – das will ich sagen – so etwas, wie die personifizierte Verbindung eines kleinen deutschen genealogischen Vereins mit Wurzeln im Harzumland zur großen weiten, maritimen Welt. Und diese Aussage passt ja auch gut zu seiner Erscheinung. Klaus ist groß und stattlich, er ist nicht zu übersehen.

Bei einem Treffen ehemaliger Crewmitglieder der MS Europa unlängst in Berlin haben sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Klaus Schrader erinnert und seinen Namen gekannt. Vetter Klaus – also ein Mann, den man nicht vergisst. Das mag ein Merkmal unseres Jubilars sein, dass Klaus denen, die ihm begegnen, in Erinnerung bleibt, dass man sich seinen Namen merkt und nicht vergisst. Das alles ist nicht seiner stattlichen Größe geschuldet, sondern hat, so scheint mir, mit seiner Wesensart zu tun. Klaus ist ungemein kommunikativ, von zugewandter Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. Er ist jemand, der Probleme pragmatisch angeht und bei Konflikten stets lösungsorientiert agiert. Dazu passt seine beeindruckende Weltläufigkeit und Großzügigkeit. Das hat etwas mit der Seefahrt zu tun.

So ist Klaus derjenige, der es versteht, am späten Freitagabend die versammelte Mitgliederschar beim Familientag noch in ein gemütliches Restaurant zu lotsen, wo dann der Austausch zwischen denen, die sich in der Regel ein Jahr nicht gesehen haben, etwas ausgelassener und zwangloser anlässt. Oder er spendiert eine Runde Sekt; auch das trägt in bestimmten Situationen dazu bei, dass sich alle mitgenommen fühlen. Vetter Klaus gehörte viele Jahre dem Beirat an und ist seit 2013 als stellv. Vorsitzender Mitglied des Vorstands.


Aufgrund seiner fast lebenslangen Zugehörigkeit zum Familienverband, seiner Bereitschaft, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen, zählt Vetter Klaus zweifelsohne zu den wenigen Mitgliedern, die ehrenvoll als „Säulen“ des Verbandes zu bezeichnen sind. Er ist ein Mann, der Orientierung gibt und geben kann, weil er einen Standpunkt hat, ein Mann, der selbstbewusst genug ist, um jedem und jeder wertschätzend begegnen zu können; er ist ein Mann, der lebenserfahren und gelassen genug ist, um, wie schon erwähnt, schwierige Situationen zu entkrampfen und zu entspannen.

Als ich Vetter Klaus 1975 beim Familientag in Bückeburg kennenlernte, dachte ich: Das ist ein typischer Seemann, groß, klar, eindeutig – und ledig. Denn, so klang das Lied des singenden Seemanns Hans Albers in mir: „Seemansbraut ist die See / und nur ihr kann er treu sein! / Wenn der Sturmwind sein Lied singt / dann winkt mir der großen Freiheit Glück.


Wie man sich täuschen kann!
Im Frühjahr 1989 heiratete Vetter Klaus Ursula Daubenspeck. Wo haben sich die beiden wohl kennengelernt?  Man denke nur an das ZDF-Traumschiff und  – an das Captains Dinner. Uschi und Klaus haben längst Silberhochzeit gefeiert. Sie wohnen abwechselnd am Ammersee und im Tiroler Lechtal. Beide haben Ende 2005 in Fischen am Ammersee die Ursula- und -Klaus-Schrader-Stiftung gegründet und kümmern sich seit vielen Jahren um die krebskranken Nachkommen betroffener Familien aus der Region Tschernobyl in der Ukraine. Über diese wunderbare Arbeit hat Vetter Klaus beim Familientag 2006 in Lüneburg anhand eines ZDF-Films berichtet.


Lieber Klaus, der Familienverband Schrader e.V. dankt Dir für Deine Treue zum Familienverband über mehr als ein halbes Jahrhundert.
Wir danken Dir für Deinen Einsatz, Deine Präsenz, Dein verantwortliches Mit-Tun und Mit-Wirken.
Wir sind stolz darauf, Dich in unserer Mitte zu wissen.“

Harald Schrader
(Vorsitzender des Familienverbandes Schrader e.V.)