Wappen des "Familienverband-Schrader e.V.

Familienverband Schrader e.V.

Chronik

Chroniken der “Familientage” (2/6)

Teil II. Die Familientage 1948 – 1969

1. Vorbemerkung.

Die Zwanziger Jahre waren zweifellos goldene Jahre für unseren Verband (Familientage 1 bis 11).
Nach einer fünfjährigen Pause ab 1930, bedingt durch die wirtschaftliche schwierige Lage,
folgte ab 1936 eine kurze Blütezeit mit vier Familientagen (12 bis 15).

In Teil II geht es um die Geschichte der 12 Familientage in den 21 Jahren von 1948 bis 1969,
die – bis auf zwei Ausnahmen 1950 und 1954 – jeweils im Frühjahr, nämlich im Mai oder Juni, stattfanden. Auch die Familientage der Jahre 1971 und 1973 fanden noch im Frühjahr statt. In der 31-jährigen Ägide des Vorsitzenden Paul E.Schrader (-Küblingen) zwischen 1936 und 1967 fanden aufgrund der Zeitumstände und verbandsinterner Probleme lediglich 13 Familientage statt.

2. Mühsamer Neuanfang nach dem Krieg

Erst drei Jahre nach Kriegsende – 1948 also neun Jahre nach dem letzten Familientreffen 1939 in Hannover, gelang es unter schwierigsten Bedingungen, den 16. Familientag am 23. Mai in Düsseldorf zusammen treten zu lassen.
Der für 1940 geplante 16. Familientag in Bad Pyrmont konnte kriegsbedingt nicht mehr stattfinden. Vorausgegangen war der Tod des langjährigen Archivars und ersten Ehrenmitglieds Richard Schrader (-Homburg) am 17.April 1947. Das Archiv wurde gut verpackt von Homburg nach Düsseldorf verschickt.
Dort nahm es der Vorsitzende Paul Schrader (-Küblingen) in seine Obhut.
Beim Familientag wurde der Schatzmeister Rudolf Schrader (-Königslutter), der Vater unserer Base Lieselotte, zum vorläufigen Archivar bestellt. Das Protokoll vermerkt, dass Vetter Rudolf der Student Carl Hermann Schrader (-Scharbow) als „Mitarbeiter“ zur Seite gestellt wurde. Vetter Carl Hermann (-Scharbow) war
auch der Verfasser des Berichtes vom 16. Familientag, der in Nr.30, Teil 1 unserer Mitteilungshefte erschienen ist.

Unter den 24 Teilnehmern aus acht verschiedenen Sippen befanden sich Anneliese Schrader, geb. Schrader aus Hagen in Westfalen, die Mutter unseres Beiratsmitglieds Klaus und nachmalige Vorsitzende. Sie vertrat die Sippen Eilenstedt und Groß-Gleidingen.
Aus der Sippe Königslutter waren Oberstleutnant a.D. Malte Schrader sen. und Ehefrau aus Soest anwesend. Vetter Malte war übrigens das einzige Mitglied, das seit 1921 an allen Familientagen teilgenommen hatte. Gastgeber waren die Eltern von Base Lieselotte, Rudolf Schrader und Frau aus Düsseldorf-Gerresheim.
Die Versammlung gedachte der 29 Mitglieder, die seit dem letzten Familientag 1939 gefallen oder gestorben waren.

Diskutiert wurden die Themen Mitgliederwerbung und Beitragsermäßigung für Mitglieder in schwieriger wirtschaftlicher Lage. Der Beitrag betrug 1948 monatlich 83 Pfennige, also rund 10 Mark im Jahr.
In den Beirat aufgenommen wurde Rechtsanwalt Dr. jur. Kurt Schrader (-Badeleben), der Sohn des ersten 1935 verstorbenen Familienverbandsvorsitzenden, Geheimrat Dr. jur. Emil Schrader (-Badeleben), (oder erst 1957 in Bad Pyrmont?)

Der Familientag klang aus mit einem fröhlichen Beisammensein im Hause des Vorsitzenden
Paul Schrader (-Küblingen).
Vetter Carl Hermann schreibt: “Allein dem Wunsche der jüngeren Basen und Vettern nach einem frohen Tänzchen konnte aus bestimmten Gründen nicht entsprochen werden. Aber die bereits früher gepflogene Sitte soll im nächsten Jahr dadurch hinreichend zu ihrem Recht kommen, daß sich die Teilnehmer, nachdem sich die Frage der Unterbringung bis 1949 inzwischen wesentlich gebessert haben wird, bereits am Vorabend der Haupttagung versammeln, und somit zwei volle Abende zum fröhlichen “Gaudeamus”frei sind.”

Der 17. Familientag fand am 12. Juni 1949 wiederum in Düsseldorf statt. So sollte es auch im folgenden Jahr sein. Der Grund dafür war die Anwesenheit des Vorsitzenden Vetter Paul E.Schrader und des Schatzmeisters Vetter Rudolf Schrader, die es in schwierigen Zeiten ermöglichten, die anreisenden Mitglieder unterzubringen und zu beköstigen.
Ein zentrales Thema dieses Familientages war die Diskussion über Inhalt und Umfang des Heftes 30, Teil 2
der Mitteilungen.

3. Die fünfziger Jahre

Der 18. Familientag kam am 7./8. Oktober 1950 wiederum in Düsseldorf zusammen, zum dritten Mal im Hotel “Damm am Ring” im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel.
Ein besonderer Gast war Elisabeth Schrader (-Marienbom) aus New York. Nun wurde das seit dem Tod von Richard Schrader (-Homburg) verwaiste Amt des Verbandsarchivars durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung Vetter Carl Hermann Schrader (-Scharbow) übertragen. Vetter Carl Hermann hat das Amt des Archivars von 1950 bis 2004, also mehr als ein halbes Jahrhundert innegehabt.

Der 19. Familientag trat am 9./10. Juni 1951 erstmals in Hamburg zusammen.
Erschienen waren 27 Mitglieder aus 12 Schrader-Sippen sowie zwei Ehrengäste.
Und nun war es so wie es in den folgenden Jahrzehnten blieb: Vetter Carl Hermann, damals 29 Jahre alt, hielt
einen Vortrag. Die zweite dominante Person damals und in den folgenden 20 Jahren war der Heroldsmeister des Verbandes, Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers (-Rottmersleben).
Ein Höhepunkt des Hamburger Familientages war ein Besuch im Archiv von Landgerichtsdirektor Dr. Ascan Lutteroth, eines damals in Deutschland bekannten Genealogen und Geschichtsforschers.

Im Jahr darauf versammelte sich der 20. Familientag am 25. Mai 1952 zum zweiten Mal nach 1927 in Soest in Westfalen. Das hier ansässige Ehrenmitglied Malte Schrader sen., Sippe Königslutter, hatte die Vorbereitungen übernommen.
In Soest beschloss die Mitgliederversammlung, im Folgejahr eine Neuwahl der Vorstands- und Beiratsmitglieder vorzunehmen. Diese Wahl sollte von 1953 an im Turnus von jeweils drei Jahren wiederholt
werden. Diese für unser Demokratieverständnis selbstverständliche Regel hatte sich im Familienverband erst durchsetzen müssen. Bis zu diesem Zeitpunkt dominierte die Überzeugung, dass der Vorsitzende im Amt bleiben könne und nicht wiedergewählt werden müsse, “solange er das Vertrauen der Mitglieder“ genieße (Protokoll 17. Familientag, 12.06.1949). – Unsere heutigen Beiratsmitglieder Christa (-Königslutter) und Klaus (-Groß-Gleidingen) nahmen als Kinder in Soest erstmals an einem Familientag teil.

Zum 21. Familientag versammelten sich 23 Mitglieder nun zum vierten Mal in Düsseldorf,
und zwar am 17. Mai 1953.
Wie in Soest im Jahr zuvor beschlossen, wurde der Vorsitzende für die nächsten drei Jahre, die Vorstands- und Beiratsmitglieder jeweils für ein Jahr wiedergewählt.
Wenige Wochen später starb Ehrenmitglied Oberstleutnant a.D. Malte Schrader im Alter von 82 Jahren und fast gleichzeitig der Mitbegründer unseres Familienverbandes, der Quedlinburger Rechtsanwalt Martin Schrader, Sippe Quedlinburg.

Der 22. Familientag trat am 25./26. September 1954 zum dritten Mal in Braunschweig zusammen. Anwesend waren 28 Mitglieder aus neun Sippen.
Nachdem seit 1948 wieder alljährlich ein Familientag begangen worden war, trat nun nach dreijähriger Unterbrechung der 23. Familientag am 12. Mai 1957 in Bad Pyrmont zusammen, im Jahr darauf traf man
sich zum 24. Familientag, am 12. Mai 1958 in Ratzeburg.
Anlass für die Wahl dieses Tagungsortes und das Datum war die 250jährige Wiederkehr der am 19. Mai 1708 erfolgten Adelserhebung der Brüder Geheimer Legationsrat Professor Dr. Christoph Schrader und
Geheimer Justizrat Kilian Schrader in den Reichsadelstand, beide aus der Sippe Schrader (-Wahmbeck).
Kilian von Schrader ist der Stammvater aller heute noch lebender Träger des Namens von Schrader.

4. Die Sechziger Jahre

Nach wieder dreijähriger Pause fand der 25. Familientag – das Jubiläumstreffen – in Altenau im Harz statt, und zwar am 13. /14. Mai 1961.
Der stellvertretende Vorsitzende Heyno Schrader (-Küblingen), der in Altenau ein Sommerhaus besaß, hatte die Organisation des Familientages übemommen. 25 Mitglieder aus neun Sippen waren der Einladung gefolgt. Der Vorsitzende Paul E. Schrader (-Küblingen) war nun seit 25 Jahren Verbandsvorsitzender.
Nun trat eine Unterbrechung von sieben Jahren ein, so dass der 26.Familientag erst 1968 stattfinden konnte.

Für den langjährigen Schatzmeister Rudolf Schrader (-Königslutter), dem Vater von Base Lieselotte, und dem langjährigen Vorsitzenden Paul E. Schrader (-Küblingen), sollte der Altenauer Familientag 1961 der letzte werden. Vetter Rudolf starb am 10 Juli 1965 in Düsseldorf, Paul E. Schrader verstarb am 13.September 1967 an den Folgen eines Verkehrsunfalls ebenfalls in Düsseldorf.

Am 22./23. Mai 1968 kam der 26. Familientag (nach 1924,1929,1954) nun bereits zum vierten Mal in Braunschweig zusammen,.
Es nahmen 26 Personen aus neun Sippen teil. Zum Vorsitzenden wurde Heyno Schrader (-Küblingen) gewählt, der dem Verband bis 1973 vbrstand. Vetter Carl Hermann Schrader (-Scharbow) wurde nicht nur als Archivar bestätigt, sondern auch zum 1. Stellv. Vorsitzenden berufen. Neu in den Beirat kamen
Oberlandesgerichtsrat Dr. jur. Hans- Ludolf Schrader (-Braunschweig) aus Kassel und Dipl.-Ing. Jens Peter Schrader(-Rottmersleben) aus Cuxhaven.

Der 27. Familientag trat am 10./11. Mai 1969 in Goslar zusammen.
Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers, Heroldsmeister des Verbandes, wertete dieses Treffen als das “großartigste und würdigste” in der bald 50jährigen Verbandsgeschichte. Grund für solche Euphorie war sowohl der Empfang durch den Goslarer Oberbürgermeister Degenhardt wie auch das Ambiente der historischen Kaiserstadt und dem imposanten Tagungsort im berühmten Hotel “Kaiserworth”.
37 Teilnehmer aus 13 Sippen hatten sich eingefunden. Der Rede des Oberbürgermeisters Degenhardt kam insofern eine besondere Bedeutung zu, als dieser ein Studienfreund von Dr. Wilhelm Schrader-Rottmers gewesen war und zu einer Reihe anderer Juristen unter den Schraders gute berufliche Kontakte besaß.
Alle Anwesenden durften sich in das Gästebuch der Stadt Goslar eintragen. Oberbürgermeister Degenhardt trug sich seinerseits in das von Beiratsmitglied Jens Peter Schrader (-Rottmersleben) gestiftete ,Erinnerungsbuch der Familientage” ein.

Der für 1970 geplante 28. Familientag in Altenau wurde jedoch um ein Jahr verschoben, angeblich um ihn erst nach dem 50-jährigen Verbandsjubiläums (27. Dezember 1970) zu begehen.